C2 vs SFN: und schon wieder "Aufgabe" die  nächste

C2 vs SFN: und schon wieder "Aufgabe" die nächste

C2 / U14 14.04.2019

Es war die 52. Spielminute im Spiel der C2 gegen Niederwenigern, als Stefan Ulrich, Trainer vom SFN, zum mindestens 3.ten mal in der laufenden Saison den den Platz betrat und zum Schiedsrichter eilte mit der Bitte : "Ich möchte das Spiel beenden, wir sind unterlegen"

Der Schiedsrichter stimmt dem zu und offiziell endet das Spiel dann mit dem Ergebnis zum Zeitpunkt der vorzeitigen einseitigen Beendigung. Die Situation ist dann nicht nachzulesen in der Spielstatistik und so sieht es in der Aussenwirkung etwas positiver aus als vielleicht 0-20 oder 2-25.

Trainer die mal die kleinste aller DFB Ausbildungen in Anspruch genommen haben, dem Lehrgang "Kinder und Jugendtrainer" lernen als erstes das Motto:

Kinder stark machen

und bekommen sogar ein entsprechendes T-Shirt (nach Verfügbarkeit) geschenkt

Nun muß man sich wirklich mal mit der Frage auseinandersetzen, "Wie mache ich Kinder stark". Wie baue ich Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen auf, - wie vermittel ich Spaß und Freude. Welchen pädagogischen Auftrag habe ich als Jugendtrainer und sollte mein persönliches Ego vielleicht besser keine Rolle spielen?

Die C2 vom SFN besteht aus Spieler, die letzte Saison unter Oliver Klevin noch ungeschlagen! D-Jugend Meister wurde. Einige gingen vorzeitig in die C1, aber es bleiben genug Spieler übrig, die schon oft genug gegen den Ball getreten haben und damit etwas anfangen können. Die SFN ist schließlich auch für eine sehr gute Jugendarbeit bekannt und ein in jeder Altersklasse ernst zu nehmender Gegner.

Wenn aber Spieler schon auf den Platz kommen mit gesengtem Haupt. Mit Anpfiff sich schon "ergeben" und im Grunde keinerlei Gegenwehr leisten, dann könnte die Initiative "Kinder stark machen" hier nicht wirklich greifen oder es läuft grundlegend etwas falsch. Wer nicht einmal versucht zu gewinnen, der hat doch schon verloren bevor es los geht. Nach bereits 2 x maligen Nicht-Antritt kann man sich aber einen 3.ten nicht erlauben.

Wie denn auch sei, - wenn ich immer wieder den Kindern die Höchststrafe verabreiche, das ich als Trainer das Spiel wegen Sinnlossigkeit beende und nicht der Schiri. Wenn ich das Signal wieder und wieder gebe " Du/Ihr seit zu schlecht. Ihr habe keine Caance, Ihr könnt das nicht. Wenn es für den Trainer unerträglich ist - was und wie mag sich ein Kind fühlen?

Schütze ich die Kinder mit der Vermeidung einer offiziell höheren Niederlage wirklich? Die sind doch auch nicht doof mit 13/14 Jahren und wissen genau, da wären noch ein paar Tore gefallen. Aber die Geste " mit Euch macht es nicht einmal Sinn hier zu spielen" - ich persönlich finde: Das ist die Höchststrafe zum Thema Selbstvertrauen.

NIEMALS AUFGEBEN sollte die Devise eines Sportlers sein. Und wenn du in der ersten Halbzeit 0-10 zurück liegst, dann versuchst du eben mit vielleicht nur 0-19 das Spiel zu beenden und warst in der 2.ten Habzeit besser als in der Ersten.

Oder zu versuchen wenigstens 1 Tor zu schießen! Oder eine Torchance zu kreieren. Vielleicht den einen Standard zu verwandeln oder die eine Ecke. Egal was der Gegner macht, unser Ziel ist dann das eine Tor. Aber wir geben nicht auf. Und wenn alles nicht hilft, dann achten wir auf unsere Fehler. Versuchen aus Fehlern zu lernen und uns zu entwickeln. Vielleicht spielen wir nächste Woche dann 0-18 oder 1-17 und übernächste Woche und nächsten Monat ....

versagendarfstdu

Aber das Spiel einfach beenden? Die Geste des "Ihr seit so schlecht, das macht keinen Sinn" tut weh. Das tut mehr weh als ein weiteres Gegentor. Die Botschaft des mangelnden Vertrauens an Besserung. Spielern / Kindern die Sinnlosigkeit Ihres Tuns vor Augen führen und keine Hoffnung auf Besserung in Aussicht zu stellen ?

Was passiert wenn klein Max mal eine 5 in Mathe nach Hause bringt ? Lernen und nochmal lernen? Oder ... ach Max, du bist zu blöd für Mathe, geh einfach nicht mehr hin.

Das Leben legt einem immer wieder mal Steine in den Weg. Es geht nicht immer nur geradaus. Was mache ich dann? Steine wegräumen oder aufgeben?

Ist das Verhalten der einseitigen Aufgabe noch ein "Beschützen"? In der C-Jugend, in der Puppertät?

Hätte MANU seinerzeit in der Nachspiel gegen den FC Bayern noch 2 Tore geschossen ohne das Credo "Aufgeben ist keine Option"?

Hätte Schalke vielleicht doch eine Schale in der Vitrine, wenn Oli nicht gefordert hätte "Weiter Jungs, weiter ... immer weiter". Womit also mach ich Kinder Stark fürs Leben? Welche Botschaft gebe ich Ihnen als Trainer mit auf den Weg ?

Sicherlich klappt das nicht immer, aber eines weiß ein jeder für sich "Ich habe es versucht, ich habe alles gegeben" und steter Tropfen höhlt sogar den Stein, - das ich irgendwann, irgendeinen Stein aus dem Weg räume. Bis dahin respektiere ich auf dem Sportplatz die Leistung des Gegner und arbeite an mir, das ich selbst ein kleines bischen besser werde ... Step by Step.

aufgeben

Aber:

"Das kannst du nicht, das schaffst du nicht" ist nun wirklich nicht die Art von Motivation die ein Kind selbstbewußt macht. Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Kultsendung der 70. / 80. ziger jahre "Rappelkiste".

Im Spiel gegen Teutonia Überruhr hat der SFN Trainer Stefan Ulrich gar 5 Minuten ( FÜNF MINUTEN) vor offiziellen Spielende das Spiel für seine Mannschaft aufgegeben! Ja würde ein Marathon Läufer, der 10 km läuft, wirklich bei 9,9 km einfach stehen bleiben, - nur weil er letzter ist ? Wäre nicht auch als letzter das unbedingte Ziel - einfach diese 10 km zu schaffen; es wenigsten geschafft zu haben? Oder schützen wir den Läufer indem wir sagen, - nach 9,9 km bleib stehen, das ist besser als als letzter über die Ziellinie zu laufen! Wäre doch ein Idee für die Formel 1. Nach jeder Runder fährt der jeweils letzte in die Box. Vorne gibts dann genug Platz, weniger Unfälle und nie eine Blamage "letzter" zu sein.

Aber auf der anderen Seite gibt es da eine Doppelmoral: Ich errinnere mich noch an ein Spiel unter Leitung von Stefan Ulrich als er einmal bei einem Auswärtsspiel seiner Bambinis mit 0-9 führte und der Gegner unterlegen war. In diesem umgekehrten Fall aber forderte er lautstark "Noch ein Tor, wir wollen hier zweistellig gewinnen". Das ganze dann Tags drauf überschwellig in einem Spielbericht gefeiert den Gegner deklassiert zu haben. (...)

Aber zurück zum 2/3 Spiel. Schon vor dem Spiel war verwunderlich welch Desinteresse der Trainer ausstrahlte. Rauchend bei den Eltern statt vorbereitung auf das Spiel. In der Halbzeitpause rauchend neben der Spielerbank statt im Dialog mit den Kindern. Das ist doch die Art Ausstrahlung "das alles sinnlos ist" , was auch die Kinder dann empfinden und entsprechend auftreten. Der SFN Trainer wartete förmlich nur auf das 15. Tor um mal wieder auf den Platz zu schreiten. Die SFN Spieler kannten das schon - nur der ESG Trainer und die ESG Spieler gucken verwundert und verstanden gar nicht, - warum geht der Schiri vom Platz, warum gehen die SFN Spieler vom Platz ?

Kommunikation ist überigens nicht nur ein reiner Informationsaustausch, sondern auch eine Form der Höflichkeit. Aber sei es drum. Niederwenigern ist schließlich auch Geburtort des ESG Trainers und das Eltenhaus steht dort - so das immer eine gewisse "Besonderheit" in Spielen gegen den SFN besteht. Mit vielen Eltern der gleichaltrigen Kinder sogar persönlich bekannt, hatten die ESG Eltern in der Woche vor Ostern für jeden Spieler einen kleinen Schoko Osterhasen vorbeireitet, von denen die ESG Spieler dann auch jedem SFN Spieler einen überreichten sollten. Da der SFN zum üblichen Shake Hands aber nicht antrat , freuten sich die ESG Jungs über gleich 2 Schokohasen pro Spieler. Auch nicht schlimm :-)

Ja, die SFN Spieler haben verloren. Ein Spiel, einfach nur ein Spiel. Hoffen wir das beim nächsten "Mensch ärger dich nicht" zuhause im Familienkreis nicht gleich das ganze Spielfeld durch die Wohnung fliegt, wenn klein Max mal "geschmissen" wird. Oder noch schlimmer - er gar nicht mehr spielt, weil er eh nichts kann.

Es gibt aber bei diesem Verhalten nicht nur den einen Verlierer. Die ESG bereitete Ihre letzten Wechsel vor, es war ja noch ausreichend Zeit. Spieler / Kinder, die jetzt nicht mehr zum Einsatz kamen. Auch diese sind traurig und enttäuscht. Als C2 bereitest du dich 1 Jahr vor und die Spieler lernen den großen Paltz kennen. Lernen neue Aufstellungen, neues Verhalten. 14 Tage hatten wir zum Zwecke der Ausbildung ein neues System trainiert und besprochen. "Üben" konnten wir es dann nicht in der Praxis. 14 Tage verloren.

Also beschützen von Kindern ist eines - aber wenn es am ENDE nur Verlierer gibt, ist dieser gewählte Weg doch vielleicht mal überdenkenswert.

ESG 99/06 2

15 : 0

SF Niederwenigern

Samstag, 13. April 2019 · 13:15 Uhr

Meisterschaftsspiel

Zuschauer: 45

Cookie-Hinweis

Diese Website verwendet Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung, um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Weitere Details zur Nutzung und Deaktivierung von Cookies erfahren Sie hier.

Einverstanden

Cookie-Informationen

Diese Internetseite verwendet Cookies, um die Nutzererfahrung zu verbessern und den Benutzern bestimmte Dienste und Funktionen bereitzustellen. Es werden keine der so gesammelten Daten genutzt, um Sie zu identifizieren oder zu kontaktieren.

Cookies sind kleine Dateien, die lokal auf Ihrem Computer gespeichert werden. Diese Dateien können keinen Schaden an Ihrem Computer anrichten.

Besuchen Sie die Internetseite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, um mehr über Cookies und lokalen Speicher zu erfahren.

Wenn Sie keine Cookies durch diese Website speichern lassen möchten, können Sie dies direkt in Ihrem Browser einstellen. Wie dies für Ihren Brwoser funktioniert, erfahren Sie bei Klick auf den jeweiligen, nachfolgenden Button.